Mit dem AK Jugendmonitor 2026 hat die Arbeiterkammer zum zweiten Mal eine österreichweite Studie zur Lebenssituation der 16- bis 29-Jährigen veröffentlicht. Der diesjährige Schwerpunkt lag auf den Auswirkungen der Teuerung und den Möglichkeiten junger Menschen, ihre Zukunft zu gestalten. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Finanzielle Belastungen schränken nicht nur den Alltag ein, sondern wirken sich auch auf Bildungs- und Weiterbildungschancen aus.
Weiterbildung wird für viele junge Menschen zunehmend zur finanziellen Herausforderung. 26% der Befragten geben an, durch die Kosten für Aus- und Weiterbildung stark oder ziemlich stark belastet zu sein. In der einkommensschwächsten Gruppe liegt dieser Anteil sogar bei 33%.
Die finanziellen Hürden bleiben nicht ohne Folgen: 10% der jungen Menschen konnten eine geplante Aus- oder Weiterbildung aus Kostengründen gar nicht beginnen, weitere 9% mussten diese unterbrechen oder abbrechen.
Im Vergleich zum Jugendmonitor 2024 haben sich diese Einschränkungen kaum verändert und betreffen weiterhin einen erheblichen Teil der jungen Bevölkerung. Für die Erwachsenenbildung ist das insofern relevant, da jüngere Zielgruppen traditionell schwerer erreicht werden, wie Netzwerkgespräche zeigten.
Finanzielle Ausgangslagen unterscheiden sich deutlichAuch die allgemeine finanzielle Situation vieler junger Menschen ist angespannt. Rund 30% jener, die bereits einen eigenen Haushalt führen, kommen mit ihrem Einkommen nicht aus. Doch auch unter jungen Menschen, die noch bei ihren Eltern wohnen, betrifft dies immerhin 17%.
Die Studie zeigt einmal mehr, dass junge Menschen je nach finanzieller und sozialer Ausgangslage sehr unterschiedliche Lebensrealitäten, Teilhabechancen und Erwartungen an ihre berufliche Zukunft haben. Gerade für junge Menschen aus finanziell benachteiligten Familien spielen berufliche Perspektiven eine entscheidende Rolle: Sie können fehlende Ressourcen in den Herkunftsfamilien zumindest teilweise ausgleichen und damit einen wichtigen Beitrag zu Zukunftsoptimismus und gesellschaftlicher Teilhabe leisten.
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer leistbaren und zugänglichen Erwachsenenbildung. Individualförderungen können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, finanzielle Barrieren abzubauen und jungen Menschen den Zugang zu Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft oder ihrer aktuellen finanziellen Situation. Die Ergebnisse des AK Jugendmonitors unterstreichen einmal mehr die Forderungen nach dem Ausbau der Individualförderung, wie in der Steirischen Erklärung der Erwachsenenbildung festgehalten.
Weitere Informationen zum 2. AK JugendmonitorWer sich vertiefend mit den Lebensrealitäten und Zukunftsperspektiven junger Menschen beschäftigen möchte, findet im AK Jugendmonitor 2026 zahlreiche weitere Ergebnisse und Analysen. Der vollständige Studienbericht sowie weiterführende Informationen stehen auf der Webseite die Arbeiterkammer Österreich zur Verfügung.
Über die AK Wien und den JugendmonitorDie Arbeiterkammer (AK) ist die gesetzliche Interessensvertretung der ArbeitnehmerInnen in Österreich und gliedert sich in die Bundesarbeiterkammer und die Arbeiterkammern der neun Bundesländer. Neben Beratung und Interessenvertretung veröffentlicht sie regelmäßig Studien und Analysen zu Arbeitswelt, Bildung, Sozialpolitik und gesellschaftlichen Entwicklungen. Der AK Jugendmonitor 2026 wurde von der AK Wien herausgegeben und in Zusammenarbeit mit der Studienautorin Martina Zandonella vom Wiener Forschungsinstitut FORESIGHT erstellt. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von rund 1.500 jungen Menschen mit Wohnsitz in Österreich, die Anfang 2026 durchgeführt wurde.
RückfragehinweisChristine NewaldKommunikation Team Content CenterKammer für Arbeiter und Angestellte für WienPrinz-Eugen-Straße 20-22, 1040 Wien | +43 1 50165 DW 11142 | christine.newald@akwien.at | https://wien.arbeiterkammer.at/index.html