Unser aktuelles Monitoring zeigt eindrucksvoll, wie viel in der steirischen Erwachsenenbildung trotz Personal- und Finanzierungsmangel geleistet wird, welche Themen die Menschen besonders anziehen und wo die größten Herausforderungen liegen: von Finanzierung und Planbarkeit bis hin zu regionalen Unterschieden. Gleichzeitig eröffnet es neue Perspektiven – etwa für mehr regionale Anbieter. Ein Ausblick auf den Tag der Weiterbildung 2025 rundet die Ergebnisse ab.
Das aktuelle Monitoring der steirischen Erwachsenenbildung macht nicht nur Leistungen sichtbar, sondern liefert auch wertvolle Grundlagen für Bildungseinrichtungen, NetzwerkpartnerInnen und politische EntscheidungsträgerInnen. Ein besonders großes Dankeschön gilt allen Bildungseinrichtungen, die das Monitoring durch ihre engagierte Mitarbeit Jahr für Jahr ermöglichen. Ohne sie gäbe es diese wichtigen Einblicke nicht.
Einen ersten Eindruck der Ergebnisse erhalten Sie hier – den vollständigen Bericht finden Sie nachfolgend zum Download: Ergebnisbericht Basisdatenerhebung 2025 (Daten 2024)
MitarbeiterInnen stabil auf niedrigerem Niveau
2024 waren 8.715 Personen in der Erwachsenenbildung tätig. Doch die MitarbeiterInnenzahlen sinken seit Jahren: 2024 erneut um 6%, seit 2022 erfolgte eine Stabilisierung auf spürbar niedrigerem Niveau. Insgesamt ging die Beschäftigtenzahl seit 2020 um ein Fünftel zurück – am stärksten zwischen 2021 und 2022. Besonders betroffen sind TrainerInnen (-16% bzw. fast 1.000 Personen weniger) und das Bildungsmanagement, das sich seit 2020 nahezu halbiert hat. Die Verwaltung legte hingegen leicht zu (+12%). Zudem stieg der Anteil an Teilzeitangestellten – zulasten von Vollzeitkräften. Klar ist: Immer weniger Menschen stemmen die wachsende Last der Erwachsenenbildung.
Deutlich mehr Angebote und Teilnahmen
Im Gegensatz zum Rückgang beim Personal wächst die Zahl der Bildungsangebote seit Jahren kontinuierlich. Allein zwischen 2023 und 2024 stieg sie nochmals um 8%, seit 2020 sogar um 60% – auch wenn damals Coronabedingt ein Tiefpunkt erreicht war. Das jüngste Wachstum ist vor allem auf Lehrgänge (+58%) zurückzuführen, also auf Bildungsangebote mit längerer Dauer. Trotz großer Herausforderungen gelingt es den Einrichtungen zudem, immer mehr Menschen weiterzubilden: Die Teilnahmen nahmen im letzten Jahr um 12% zu, seit 2020 sogar um 75%. Am meisten Angebote gab es rund um Gesundheit, Sprachen und Gesellschaftsthemen. Ein überdurchschnittliches TeilnehmerInnen-Wachstum gab es 2024 in den Fachbereichen „Gesellschaft, Politik, Wissenschaft“ (+30%), „Kunst, Kultur, Kreativität“ (+24%), „EDV, Internet“ (+19%) und „Gesundheit, Wellness, Sport“ (+17%).
Herausforderungen wachsen, Spielräume ausgeschöpft
Bei aller positiven Entwicklung werden die aktuellen Rahmenbedingungen als zunehmend schwieriger beschrieben. An erster Stelle steht die prekäre Finanzierung: Einrichtungen kämpfen mit Kürzungen, fehlender Planbarkeit und mangelnder Nachhaltigkeit – teils durch aktuelle Maßnahmen der Landesregierung. Hinzu kommen steigende Kosten, die auch Teilnehmende belasten, sowie Schwierigkeiten bei der Zielgruppenerreichung. Gesellschaftliche Umbrüche, die angespannte Wirtschaftslage und der Wunsch nach flexibleren Angeboten verschärfen die Lage weiter. Zwar versucht die Erwachsenenbildung weiterhin mit passenden Themen und Formaten zu reagieren, doch dafür fehlen immer mehr Ressourcen.
Potenzial für regionale Organisationen in dezentrale Regionen
Schon im Vorjahr waren leichte „Abwanderungsbewegungen“ aus den Regionen außerhalb des Zentralraums erkennbar. 2024 zeigte sich ein gemischtes Bild: In der Südoststeiermark, der Obersteiermark Ost und im ohnehin gut versorgten Zentralraum gab es kleine Zuwächse, während andere Regionen (mit Ausnahme der Oststeiermark) Rückgänge verzeichneten – teils durch eingestellte Aktivitäten oder geschlossene Standorte. Regional begrenzte Einrichtungen sind weiterhin stark in der Landeshauptstadt konzentriert, während dezentrale Regionen vor allem von überregionalen und steiermarkweiten Trägern versorgt werden. Diese haben zwar bereits viel regionales Wissen aufgebaut, dennoch bleibt im Sinne einer vielfältigen Bildungslandschaft Entwicklungspotenzial für mehr lokale Anbieter. Aktivitäten außerhalb klassischer Bildungseinrichtungen – etwa Gemeindeinitiativen – werden im Monitoring derzeit nicht erfasst.
Ausblick: Breiter Austausch zur GleichstellungZum Abschluss möchten wir auf den Tag der Weiterbildung 2025 unter dem Motto „Zwischen Recht und Freiheit“ hinweisen. Er widmet sich den Themen Gleichstellung, Antidiskriminierung und Menschenrechte. Der Themenkomplex in unserer Basisdatenerhebung zeigt: Bereits 89% der Einrichtungen engagieren sich in diesem Bereich, und 63 von ihnen wünschen sich verstärkten Austausch und Kooperation. Ein starkes Signal – und wir freuen uns schon sehr auf den gemeinsamen Dialog!
Weitere Informationen, wie zum Beispiel detaillierte Entwicklungsbetrachtungen zu allen Fachbereichen, finden Sie im aktuellen Ergebnisbericht. Alle bisherigen Monitoringberichte sind unter https://erwachsenenbildung-steiermark.at/netzwerk/themen-und-projekte/monitoring/ abrufbar.
Bei Fragen und Anregungen stehen wir gerne zur Verfügung!