Der Tag der Weiterbildung 2021

„Gesundheit Umwelt Bildung“

Was hat unser Gesundheitszustand mit Bildung zu tun? Und was die Klimakrise? Eine ganze Menge! Das zeigte sich eindrucksvoll am „Tag der Weiterbildung“, zu dem vergangenen Dienstag das Bildungsnetzwerk Steiermark in Kooperation mit dem Land Steiermark in den Steiermarkhof geladen hat.

Martin Grassberger, Mediziner, Biologe, landwirtschaftlicher Facharbeiter und Bestsellerautor („Das leise Sterben“), machte in seinem Vortrag vor allem auf den eindrucksvollen Kreislauf von gesundem Menschen, gesunder Ernährung, gesundem Boden und gesunder Umwelt aufmerksam ­ – und darauf, dass es das eine ohne das andere nicht geben kann. Fortschritt und Wohlstand würden jedoch in jedem dieser Bereiche vermehrt negative Spuren wie Zivilisationskrankheiten und schwere Umweltschäden hinterlassen, die ein rasches Gegensteuern notwendig machen. Doch obwohl sich das Zeitfenster dieses Gegensteuerns bereits schließt, gibt es sie noch, die möglichen Auswege aus der globalen Gesundheits- und Umweltkrise. Das Wissen um die Zusammenhänge nennt Grassberger den Schlüssel zur Lösung dieser Probleme. (Präsentationsunterlagen Martin Grassberger>)

Auch Kerstin Slamanig, Geschäftsführerin des Bildungsnetzwerks Steiermark, hob die Bedeutung der Bildung für das Verständnis dieser Zusammenhänge und die Teilhabe am gesellschaftspolitischen Diskurs generell hervor. Denn: „Alles, was wir nicht wissen, müssen wir glauben.“

Im Anschluss legte Arno Mayer (Präsentationsunterlagen >), Landwirtschaftskammer Steiermark, dar, wie gesund und ökologisch unsere Landwirtschaft in der Steiermark heute tatsächlich ist und Roswitha Preininger, Steiermarkbüro in Brüssel, motivierte die steirischen Bildungseinrichtungen dazu, sich im Kontext gesellschaftlich so wichtiger Themen wie der Gesundheit und des Klimaschutzes international auszutauschen und zu vernetzen. Maßnahmen, die seitens der Europäischen Union zur Lösung dieser Problemfelder gesetzt werden, legte Simone Schmiedtbauer,  Abgeordnete im Europäischen Parlament, dar, von Green Deal bis Forststrategie.

Den ersten Teil der Veranstaltung mit Grußworten der Landesrätin, dem großartigen Vortrag von Martin Grassberger und der anschließenden Diskussion haben wir für Sie aufgezeichnet:

Nach den Vorträgen von und Diskussion mit den ExpertInnen betrachteten wir in praxisorientierten Arbeitsgruppen, was die Erwachsenenbildung im Kontext von Gesundheit und Umwelt bereits zu bieten hat, bzw. wo aktuell Handlungsbedarf besteht. Die zentralen Ergebnisse und Präsentationsunterlagen aus den Arbeitsgruppen haben wir hier für Sie zur Nachlese zusammengefasst:

Unser Fazit:

Gesundheitskrise, Umweltkrise … eine nachhaltige, zukunftsfähige Umgestaltung unserer Gesellschaft, bei der das Gemeinwohl aller im Vordergrund steht, ist nicht nur dringend notwendig, sondern auch machbar. Erwachsenenbildung hat in diesem Kontext eine entscheidende Rolle inne, denn es geht um eine intensive Auseinandersetzung mit den notwendigen Veränderungsprozessen und um die breite Vermittlung von aktuellem Wissen, das handlungsleitend bei der individuellen Umsetzung der gesellschaftlichen Veränderungen unterstützt.

Hannes Galter, Vorstandsvorsitzender des Bildungsnetzwerks Steiermark, und Geschäftsführerin Kerstin Slamanig verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die tausenden Bildungsangebote und die qualitative Vielfalt der steirischen Erwachsenenbildungseinrichtungen – so ist insbesondere der Themenbereich Gesundheit der größte Angebotsbereich in der Steiermark – von Bewegungs- über Ernährungsangebote bis hin zu medizinischen Aus- und Weiterbildungen. Wobei gerade hier auch betont wird, dass an sich unabhängig vom Themenkontext Aus- und Weiterbildung per se für Menschen befähigend, stärkend und damit auch gesundheitsförderlich sind.

Herausfordernd – so der Tenor – für alle Beteiligten ist neben der Wissensvermittlung vor allem der Bereich, „vom Wissen ins Handeln zu kommen“. Das Wissen in so vielen zentralen Bereichen von Gesundheit und Klima ist vorhanden – und doch: Wissen ist das eine, Handeln das andere. Wie also kommen wir vom Wissen ins praktische Tun? Zum einen wird immer klarer, dass es neue Wege braucht, um Menschen zu erreichen – Kooperation und Vernetzung der steirischen Bildungseinrichtungen ist dabei ein zentraler Ansatz. Viele Einrichtungen haben großartige Angebote und durchaus unterschiedliche Zielgruppen – eine Vernetzung untereinander, aber auch mit regionalen Strukturen und PartnerInnen außerhalb der Bildungslandschaft wird immer wichtiger. Im Fokus steht ebenso, dass es um ein Erobern neuer Lernwelten, neuer Orte geht, und vor allem auch darum, Menschen wieder zusammen zu bringen – in Austausch, Dialog und Diskurs. Ein wesentliches Element dabei ist das Vertrauen, der menschliche Zugang und das Miteinander. Wir haben viel vor!

Vielen herzlichen Dank!

Im Bild v.l.: Dieter Frei, Roswitha Preininger, Johann Baumgartner, Simone Schmiedtbauer, Kerstin Slamanig, Hannes Galter, Martin Grassberger (Foto: Thomas Luef)

Wir bedanken uns bei den ReferentInnen Martin Grassberger, Roswitha Preininger, Simone Schmiedtbauer, Arno Mayer und bei allen LeiterInnen der Arbeitsgruppen! Herzlichen Dank an Bildungslandesrätin Juliane Bogner-Strauß für ihre motivierende Videobotschaft und an die Fachabteilung Gesellschaft für die gute Kooperation im Rahmen des Tages der Weiterbildung. Wir danken auch dem Steiermarkhof für die Gastfreundschaft und ein besonders großer Dank gilt natürlich Günter Encic, der uns bewährt professionell moderierend durch diesen Tag der Weiterbildung geführt hat.

 

Impressionen vom Tag der Weiterbildung 2021

Die Aufzeichnungen aller Vormittagsinputs und der Diskussion im Rahmen des Tages der Weiterbildung finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.

 

Für Anregungen und Rückfragen zur Veranstaltung:

Bildungsnetzwerk Steiermark | bildungsnetzwerk@eb-stmk.at | +43 316 821373-21 | www.erwachsenenbildung-steiermark.at

Der Tag der Weiterbildung ist eine Kooperation des Bildungsnetzwerks Steiermark mit dem Land Steiermark.