Tag der Weiterbildung 2022 Arbeitsgruppe A

Arbeitsgruppe A „Bildung wirkt nachhaltig – sind aktuelle Bemühungen im Klimaschutz und in der Umweltbildung ausreichend?“

Daniela List und Gerhard Rupp, Foto © Luef light

Gerhard Rupp (Abteilung 13, Referat Natur- und allg. Umweltschutz, Land Steiermark) und Daniela List (ecoversum)

Die Brisanz der Themenfelder Klima- und Naturschutz spiegelte sich auch in der am Tag der Weiterbildung präsentierten Vorschau der LLL-Strategie des Landes wider. Die Ziele im Themenfeld 7 „Klimaschutz und nachhaltiges Handeln“ lauten: „Die Menschen in der Steiermark haben Wissen zum Klimawandel in seinen vielfältigen Auswirkungen, verfügen über Kenntnisse zu den individuellen Möglichkeiten zur Eindämmung des Klimawandels und sind zum nachhaltigen Handeln in Bezug auf Klima, Umwelt und Natur befähigt. Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind sowohl in den Organisationen sowie Standorten verankert, wie auch in den Angeboten der Erwachsenenbildung in der Steiermark sichtbar und weiter ausgebaut. Lernräume eröffnen den Zugang zu Naturerlebnissen und fördern das Naturverständnis der Menschen. Die Menschen in der Steiermark kennen die beruflichen Perspektiven in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz („Green Jobs“) und die damit verbundenen persönlichen und gesellschaftlichen Potentiale.“

Naturschutz ist Menschenschutz

Klimakrise, das Artensterben und der Verlust der Biodiversität sind die größten Herausforderungen der heutigen Zeit. Klimaschutz, Artenschutz, Biodiversität, Umweltschutz und Umweltbildung werden heute oft in einem Atemzug genannt und dies, obwohl Ziele und Ansprüche in vielen Bereichen von Gegensätzen und auch Konflikten (v.a. in Umfang und Ausprägung der Flächennutzung) geprägt sind. Daher klärte Gerhard Rupp in einem ersten Schritt die grundsätzlichen Begrifflichkeiten: Die „Umwelt“ ist alles, was uns umgibt. Als „Natur“ wird bezeichnet, was nicht vom Menschen geprägt ist. Nicht alles, was nicht verbaut ist, nicht alles, was „grün“ ist, ist auch Natur (z.B. landwirtschaftlich genutzte Flächen, Almen, Parkanlagen …).

Nach einer kurzen Vorstellung der Aufgaben des Referats „Naturschutz und allgemeiner Umweltschutz“ ging Rupp auf rechtliche Aspekte und die unterschiedlichen sogenannten „Schutzgüter“ in der Steiermark ein: Naturdenkmale, geschützte Landschaftsteile, Landschaftsschutzgebiete, Naturschutzgebiete, Europaschutzgebiete sowie ein Nationalpark und ein Wildnisgebiet. Wurde früher rein mit „Unterschutzstellung“ und Verordnungen gearbeitet, wird heute in breiten Kooperations- und Beteiligungsprozessen (mit EigentümerInnen, NGOs, ExpertInnen, Gemeinden, EinwohnerInnen …) Akzeptanz und aktives Miteinander angestrebt. Es war eine wichtige Entwicklung im System, denn es geht um unser aller Existenz. Was akut fehlt, ist die Botschaften zu den einzelnen Menschen zu bringen.

Klimaschutz und Erwachsenenbildung

Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Umweltverschmutzung – die Lösung der globalen Umweltprobleme erfordert weitreichende umweltpolitische und gesellschaftliche Veränderungen. Klimaschutz in der Erwachsenenbildung ist ein Schlüssel für diesen notwendigen Transformationsprozess.

Foto © Luef light

Im Rahmen der „Ich tu´s Initiative“ ist bereits ein sehr schönes Netzwerk in der Erwachsenenbildung (Organisationen, TrainerInnen …) entstanden. Bewährt hat sich, wenn sich die Organisationen selbst klar zu Klimaschutz bekennen und mit dem Thema auseinandersetzen, nächste Schritte im Bildungsprogramm folgen dann. Angebote zum Einstieg sind z.B. ein Klimacheck und „Klimawissen online“ für Organisationen und die Öffentlichkeit (kommt bereits sehr gut an!).

Konkrete Ansätze und Ideen zur Umsetzung wurden in der Arbeitsgruppe vorgestellt und von den TeilnehmerInnen eingebracht (Plakat siehe Bild).

Weiterführende Informationen und Strategien:
Präsentationsunterlagen (PDF)> | Ich tu’s – Energie und Klimaschutz (steiermark.at) | ecoversum | Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften

Gemeinsamkeiten Naturschutz / Klimaschutz

Sowohl im Naturschutz als auch im Klimaschutz gilt es, große Probleme zu lösen. Es bestehen bereits umfassende und gute Lösungsansätze, akut braucht es ein breites Bekanntmachen und Entwickeln auf Basis der SDGs (17 Ziele für nachhaltige Entwicklung) sowie einfache Botschaften und konkrete Handlungsanleitungen. Darüber hinaus könnten die verschiedensten Aspekte von Klima- und Naturschutz auch im Rahmen von Bildungsangeboten, die gar nichts mit diesen sperrigen, großen Themen zu tun haben, vermittelt werden (im Rahmen von Sprachunterricht, Basisbildung … u.v.m.).

Fazit:

Die Frage, ob aktuelle Bemühungen im Klimaschutz, Naturschutz und in der Umweltbildung ausreichen, kann ganz klar beantwortet werden: Nein. Bildung funktioniert in Begegnungen und die hohe Vermittlungskompetenz von Erwachsenenbildung kann noch viel stärker genutzt werden. Menschen tun, wenn sie begeistert sind, und wir in der Erwachsenenbildung können Emotionen und Begeisterung in die Herzen der Menschen bringen. Fest steht für alle Teilnehmenden, dass diese Arbeitsgruppe nicht als abgeschlossen, sondern vielmehr als gemeinsamer Start für die weiterführende Arbeit verstanden wird.

Bildungsnetzwerk Steiermark