„Regionale Erwachsenenbildung neu denken“ | Bildung für Erwachsene in der Steiermark

„Regionale Erwachsenenbildung neu denken“

März 2024

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erwachsenenbildung neu denken“ lud das Bildungsnetzwerk Steiermark gemeinsam mit dem Gemeindebund Steiermark und der Landentwicklung Steiermark am Montag, 26. Februar 2024 zur Online-Veranstaltung Regionale Erwachsenenbildung neu denken.

Im Fokus der Veranstaltung stand der Austausch zum Thema regionale Erwachsenenbildung in der Steiermark. Bildungsangebote für Erwachsene sind von entscheidender Bedeutung für die soziale und wirtschaftliche Vitalität unserer Gemeinden, insbesondere in ländlichen Gebieten, die häufig von Abwanderung und demografischem Wandel betroffen sind. Bildungseinrichtungen, Bibliotheken und Kultureinrichtungen spielen hier eine Schlüsselrolle, indem sie lebensbegleitendes Lernen und persönliche Entwicklung fördern und umsetzen.

Kerstin Slamanig, Geschäftsführung Bildungsnetzwerk Steiermark, freute sich über das breite Interesse an der Weiterentwicklung regionaler Erwachsenenbildung auf so vielen Ebenen und begrüßte Abgeordnete, BürgermeisterInnen, ErwachsenenbildnerInnen und Interessierte, die im Rahmen der Kooperationsveranstaltung Angebote, Bedingungen und Bedarfe rund um das Lebenslange Lernen in den steirischen Regionen diskutierten.

Hannes Galter, Vorstand Bildungsnetzwerk Steiermark Vorstandsvorsitzender @Lueflight

Bildung ist ein lebenslanger Prozess, der über Kindergarten, Schule und Universitäten hinausgeht. Die Erwachsenenbildung stellt in der Steiermark den sowohl an Anzahl der Teilnahmen als auch in der Betrachtung der Lebensspanne größten Bildungsbereich dar. Hannes Galter betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen der Umsetzung. Erwachsenenbildung in den Regionen zu verankern ist ein langer und stetiger Prozess. Es braucht eine starke Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort.

Franz Fartek, Obmann Landentwicklung Steiermark und Sandra Höbel, Geschäftsführerin Landentwicklung Steiermark @Landentwicklung Steiermark

Franz Fartek, Obmann der Landentwicklung Steiermark, fokussierte die Bedeutung von Bildung in der Entwicklung in den Regionen. (Erwachsenen-)Bildung benötige maximale Aufmerksamkeit vor Ort, und der Gemeindebund sei ein aktiver Partner bei der Umsetzung. Von persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung über soziale Integration bis hin zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft – Bildung schafft in den Gemeinden großen Mehrwert auf vielen Ebenen.

Sandra Höbel, Geschäftsführerin Landentwicklung Steiermark, präsentierte zwei Praxisbeispiele der Landentwicklung. Das erste Projekt war ein Lehrgang (Bürger:innen-)Beteiligung, ein Pilotprojekt in der Region Murau-Murtal. Das Projekt fand seinen Ursprung im Wunsch der Region die Gemeinden zu befähigen und Ansprechpartner vor Ort zu haben. Der Lehrgang verfolgte folgende Ziele: Sensibilisierung für Bürgerbeteiligung in der Region, Lösungen für den ländlichen Raum zu finden und Instrumente der Bürgerbeteiligung mitzudenken. Robert Reif, ein Teilnehmer des Lehrgangs, berichtete von der Vielfalt der Perspektiven aufgrund der unterschiedlichen Backgrounds der Lehrgangsteilnehmenden und betonte gleichzeitig auch die Bedeutung und Notwendigkeit politischer Entscheidungsträger für eine effektive Bürgerbeteiligung.

Als zweites Projekt wurde Leben und Lernen in der Südoststeiermark, ein Kooperationsprojekt des Regionalmanagements Südoststeiermark, Steirisches Vulkanland und der Landentwicklung Steiermark mit BildungspartnerInnen vorgestellt. Die Veranstaltungsreihe hatte die Schwerpunkte „Regionale Bildung“ und Förderung der „Weiblichen Lebenswelten“. Verschiedene Themen wurden in unterschiedlichen Formaten aufgegriffen und so ein breites Bildungsangebot für die Bevölkerung geschaffen. Das Projekt ist ein weiteres positives Beispiel, wie Weiterentwicklung einer Region und regionales Wissen funktionieren kann.

Fest steht: Es gibt bereits viele Bildungsaktivitäten in zahlreichen steirischen Gemeinden. Aber nicht in allen und nicht überall in genau jener Form und zu jenen Inhalten, die aus Sicht der Teilnehmenden notwendig wären. Die Regionale Erwachsenenbildung ist also neu zu denken und dafür gilt es eine Basis zu schaffen. Neue Zugänge, frisches Denken und innovative Formate sind wünschenswert und notwendig.

Es braucht verstärktes Bewusstsein für die Bedeutung des Lebenslangen Lernens, leistbare und attraktive Angebote, sowie für Erwachsenenbildung verantwortliche AnsprechpartnerInnen vor Ort und eine intensivere Zusammenarbeit von Gemeinden und Organisationen der Erwachsenenbildung. Niederschwellige Zugänge, dezentrale Angebote und finanzielle Unterstützung wurden als weitere Maßnahmen für eine effektive Bildungsstruktur diskutiert.

Auf Initiative des steirischen Bildungsressorts gestaltet das Bildungsnetzwerk Steiermark kooperativ mit dem Land Steiermark, den Bildungseinrichtungen und Stakeholdern die Veranstaltungsreihe „Erwachsenenbildung neu denken“ entlang der zentralen Themen der Erwachsenenbildung. Ziel ist ein breiter, lebendiger Diskurs und aus dessen Ergebnissen eine „Steirische Erklärung der Erwachsenenbildung“ abzuleiten, um die Erwachsenenbildung als gleichberechtigten Teil in der Bildungslandschaft zu präsentieren. Auch die Ergebnisse dieser Veranstaltung werden in die „Steirische Erklärung der Erwachsenenbildung“ einfließen, die gemeinsam mit Bildungslandesrat Werner Amon am 24. Mai 2024 im Steiermarkhof präsentiert wird.

Präsentationsunterlagen:
Lehrgang (Bürger:innen-)Beteiligung (PDF) >
Leben und Lernen in der Südoststeiermark (PDF) >

DANKE an die Landentwicklung Steiermark und den Gemeindebund Steiermark für die Kooperation.
DANKE an alle Teilnehmenden für ihr dabei sein, den Austausch und die wertvollen Inputs.

Bildungsnetzwerk Steiermark

Die Veranstaltung der Reihe „Erwachsenenbildung neu denken“ auf Initiative des Bildungsressorts wird im Rahmen von „Bildung wirkt“ vom Bildungsnetzwerk Steiermark kooperativ mit der Steirischen Erwachsenenbildung durchgeführt